Die Zeit danach

IMG_4367Plötzlich Stille!
Nach Heiratsantrag, Angeldruck und Katzenfamilie war da plötzlich diese Stille.
Unser sonst so kleines Boot wirkte auf einmal ganz groß. Keiner stand einem im Weg. Das Klo war nie besetzt, wenn man mal musste.
An diese Ruhe mussten wir uns erst wieder gewöhnen.

„Zum Glück“ kehrte der Bootsalltag schnell wieder ein. In den letzten 2 Monaten waren viele Arbeiten liegengeblieben. Es hatte sich eine ganze Liste angesammelt. Zudem hatte ich durch einen großen Zufall auf den BVIs das Glück, bei Budget Marine, dem größten Bootsausstatter auf St. Martin, eine Art Großkunden-Konto eröffnen zu können. Mit dem Konto bekamen wir zeitlich begrenzt teilweise mehr als 50 Prozent Rabatt auf sonst so teure Bootssachen. Das musste man natürlich ausnutzen.

Als die gröbsten Arbeiten und Einkäufe erledigt waren, sind wir erstmal zurück nach Anguilla gesegelt. Denn irgendwie waren auch Diana und ich erledigt. Und Diana hatte sich mit Marco und Rahel verabredet, unsere Schweizer Seglerfreunde. Rahel nennt sich jetzt zwar Rachel, ist aber immer noch supersüss.

Wir hatten die Beiden letztes Jahr in Guadeloupe kennengelernt. Und irgendwie stimmte die Chemie sofort. Auch wenn man nur ein paar Tage miteinander verbracht hatte, so haben wir doch über all die Zeit und Entfernung immer Kontakt gehalten und oft aneinander gedacht. Und nun sehen wir uns also wieder auf Anguilla.

Anguilla, seit Tini, Steffen und Emma „unsere“ Insel. Wir konnten die Beiden überreden, mit uns Anguilla zu machen. Denn a.) steht über Anguilla in den einschlägigen Cruising Guides viel Schwachsinn drin und b.) sind Marco und Rahel echte Schweizer Hochperformance-Segler. Wenn wir 100 Meilen segeln, segeln sie 500. Wenn sie irgendwo 3 Tage bleiben, brauchen wir 3 Wochen. Die Beiden sind definitiv nicht aus dem Berner Oberland…

Und Anguilla mit den Beiden war dann auch ganz toll.
Sonnenuntergang bei ELVIS.
Anschließende Party. Dazu ELVIS´s berühmt berüchtigten selbstgemachten Rum mit irgendwelchen Blättern und Kräutern drin, dazu die ebenso berüchtigten „Pork-Wings“. Eigentlich gibt’s ja nur Chicken-Wings und Schweinchen haben doch gar keine Flügel…. Lecker sind sie doch! Rahel, bzw. Rachel, stellt sich zu später Stunde als überaus talentierte Hochperformance-Tänzerin heraus, mit der ich nach der dritten Dirty-Dancing-Hebefigur kaum noch mithalten kann.

Danach gibt’s mitten in der Nacht vorm Sammy´s Lagerfeuer am Strand, mit kurzerhand frisch zubereiteten Gemüse-Grill-Päckchen und staunenden Collage-Kids.

Der nächste Tag wird in Aspik verbracht.
Am Sonntag aber gibt’s das MUSS. Wir haben ein Auto. Die Mädels von der Immigration waren natürlich behilflich dabei. Und haben alle sofort nach dem Sweet Young Married Couple gefragt.

„Die sind jetzt in Costa Rica und danach geht´s wohl nach Cuba. Und sie sind wohl noch verheiratet, soviel ich weiß“. Alle freuen sich.

Mit dem Auto geht’s mittags zum Crayfish-Essen. Wohin sonst! Denn wo sonst gibt’s auf der Welt den besten und aller-leckersten Crayfish? Natürlich hier auf Anguilla, und am Sonntag nur im „On da Rocks“. 5 Dollar-Special das Stück. Hmmmmm, so unbeschreiblich lecker!

Und am Nachmittag zieht es uns natürlich zu Bankie Banx. Sunday Afternoon Jaming. Der Meister ist persönlich da. Begrüßt uns supernett und fragt natürlich nach dem Sweet Young Married Couple. Wieder wehen uns salzige Luft und der süße Duft von Marihuana um die Nasen und als die Sonne fast am untergehen ist, da kommt es wieder dieses Lied.
We had it all.
We had it aaaaaahhhhhhhhaaaalllll.
Ja, Mann, da hast Du recht!
Gesungen mit so viel Liebe und Wut. Aber auch mit großer Dankbarkeit und Zuversicht.
Ich muss schon wieder mit den Tränen kämpfen, kann mir aber die Blöße nicht geben, denn Marco ist nicht Steffen. Zum Glück ist da die Sonnenbrille.

Und das alles wäre ein so schönes Wiedersehen mit den Beiden geworden, wenn da nicht ein schwarzer Schatten über all der Leichtigkeit und Freude liegen würde. Denn Marco und Rahel´s Zeit ist abgelaufen!

Ziemlich zeitgleich haben die Beiden mit uns ihr Segelabenteuer begonnen. Marco war bei IBM in Dubai. Bevor es zum Burn Out oder Schlimmerem gekommen wäre, haben die Beiden ein 2-jähriges Sabattical genommen und sind segeln gegangen. Aber diese Zeit ist nun um. IBM will Marco zurück und der muss dem Ruf von Ruhm und Geld folgen. Ich kann Marco verstehen.

Diana und mich macht das ganze sentimental, aber auch unglaublich ehrfürchtig. Denn wir wissen, unsere Reise geht noch weiter. Wie weit und wie lange liegt nur an uns allein!

„Marco und Rahel, es war toll Euch kennenzulernen! Wir sehen uns wieder. Wo auch immer… Und ganz, ganz bestimmt!“

Dann segeln die Beiden los. Richtung BVIs. Rahel´s Schwester kommt. Wir bleiben noch ein paar Tage, bis auch wir losmüssen bzw. wollen. Zurück nach St. Martin.

Auf St. Martin heißt es letzte Vorbereitungen zu treffen, für unseren großen Trip nach Süden. Weiter nach Süden.

Und wir treffen auch nochmal Dan und Roseanne, unsere Seglerfreunde aus Nanny Cay. Das ist wirklich schön. Denn auch die Beiden haben wir eigentlich nur ganz kurz kennengelernt und über die beiden letzten Jahre ist man immer im Kontakt geblieben. Auch da stimmt die Chemie. Diana und Roseanne gehen jeden Morgen zur Aqua-Aerobic. Dan und ich gehen in den Boots-Supermarkt und die Kneipe ;-))

Dann aber ist endlich Schluss mit lustig.

Ostern verbringen wir noch auf St. Martin und dann geht´s in einem grooooßen Schlag nach Martinique. Wir sind aufgeregt.

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